Spenden-, Stunden- und Stadtlauf

Juni 19th, 2011 von Matze

Mensch, Mensch, Mensch, es ist viel los dieser Tage in und um Rostock.

Seit zwei Wochen habe ich mich nun nicht mehr gemeldet, aber am letzten WE war halt kein WK. In der Zwischenzeit habe ich mich etwas auf den Fünf-Seen-Lauf über 30 km in Schwerin am ersten Juli-Wochenende vorbereitet, mit längeren Läufchen und nur mäßig Tempotraining. Diese Woche war mit ca. 110 km auch mal wieder etwas umfangreicher, obwohl ich sogar noch einen trainingsfreien Tag am Samstag einlegte.

Am Mittwoch letzter Woche fand in Rostock der 5. LEX-Spendenlauf statt, von dem ich erst von Fred einen Tag vorher in meinem Lauftreff erfahren hatte. Leider wird für den Lauf viel zu wenig Werbung betrieben, so dass viele Läufer und somit auch potentielle Spender, überhaupt nichts von dem Termin wussten. Leider ist auch die Website nicht auf dem neuesten Stand! So kamen gerade mal 65 Läufer zum Spendenlauf in Rostock, wovon der Löwenanteil vom SC Laage gestellt wurde. Der Lauf wird wohl am selben Tag in mehreren Städten deutschlandweit durchgeführt. Start war um 17:30 Uhr und gelaufen wurde ein Rundkurs in den Barnstorfer Anlagen von ca. 2 km Länge, der bis zu fünf Mal durchlaufen werden konnte. Aufhören konnte man jederzeit und eine Wertung gab es nicht. Im Ziel gab es dann aber lecker selbstgebackenen Kuchen von den Laagern. Aber leider nicht für mich, denn ich entschloss mich den Lauf in mein Training so einzubauen, dass ich danach gleich weiterlief, um 20 km auf dem Tacho zu haben. Da es also um nichts ging, ausser der von mir im Vorfeld geleiteten Spende, lief ich die 5 Runden locker mit Janas Papa mit, bevor ich dann weiterzog. Übrigens gab es noch ein Funktionsshirt für jeden gestarteten Spendenläufer. :-)

Nach nem lockeren 15er am Donnerstag, der der Schonung galt, fuhren Jana, Julia, Felix und ich am Freitag Abend nach Barth zum Stundenpaarlauf auf die dortige 400 m-Bahn. Jana und Julia bildeten ein Team und hatten es auf den Stundenpaarlaufrekord in der Kategorie Frauen abgesehen. Der Rekord bei den Männern wird von mir und Christian Joachim gehalten. In fernen Zeiten, lange bevor dieser Blog ins Leben gerufen wurde, im Jahre des Herrn 2006, haben Christian und ich den Rekord auf 19675 m geschraubt und uns damit wohl erstmal für geraume Zeit den ersten Platz in der Bestenliste des Stundenpaarlaufs gesichert. Für Felix und mich in einem Team war der Rekord nun unmöglich zu überbieten. Im Schnitt hätte jeder von uns eine 1:13 min auf 400 m laufen müssen. Ich war damals in der Form meines Lebens und konnte konstante Zeiten um 1:10 min/400 m laufen. Nun traute ich mir zwar konstante Zeiten um 1:13 min/400 m zu, aber Felix ist nicht in der Lage diese Zeiten zu laufen und somit war es Utopie auch nur über den Rekord nachzudenken. Als realistisches Ziel hatten wir uns 18 km gesetzt.

Jana und Julia wurde Angst und Bange, wenn sie an den Stundenpaarlauf dachten. Schliesslich hieß es abwechselnd eine ganze Stunde lang 400 m-Intervalle zu laufen. Für den angepeilten Rekord also ca. 18 Runden, für jede von den beiden. Wenn man im Lauftreff bzw. im alltäglichen Training sonst nur maximal 10 Wiederholungen macht und sich danach wie um 50 Jahre gealtert fühlt, sind 18 Wiederholungen schon grenzwertig. Für mich und Felix standen noch mehr Wiederholungen an. Wir waren gespannt …

Der Start war um 18 Uhr, wir kamen 45 min vorher an und checkten erstmal die Konkurrenz. Hätte ja sein können, dass es noch ein Frauenteam auf den Rekord abgesehen hatte. Aber mit Arnd Lander und Sandra Eltschkner hatten sich zwei gefunden, die es auf den Mixed-Rekord abgesehen hatten, ein schnelleres Frauenteam als das von Jana und Julia fand sich nicht ein. Also eine Sorge weniger für Julia und Jana.

Um 18 Uhr gings also los und ich war Startläufer in meinem Team, Jana in ihrem. Sofort setzten sich die Röwer-Brüder an die Spitze. Die wollten mich wohl auf der ersten Runde etwas herausfordern. Ich ließ mich dazu hinreißen deren Tempo mitzugehen und beendete die erste Runde in 1:07 min. Zu schnell für mich, was sich in den nächsten Runden auch rächen sollte. Meine zweite Runde sollte meine langsamste mit 1:15 min werden. Die darauffolgenden Runden erholte ich mich wieder etwas, pegelte mich dann aber auf Rundenzeiten von 1:13 min bis 1:14 min ein. Allerdings nutzten Felix und ich die Wechselzone auch taktisch, d.h. der schnellere Läufer (also ich) übernahm schon zu Beginn der Wechselzone und übergab erst am Ende der Wechselzone eine Runde später. So waren meine Runden etwas länger als 400 m. Felix pegelte sich mit seinen Rundenzeiten auch irgendwo zwischen 1:20 min und 1:25 min ein. Jana und Julia waren von Beginn an auf Rekordkurs, nicht zuletzt, weil Jana weit schneller lief als vorgenommen. Aber sie hielt es bis zum Bitteren Ende durch, wurde sogar noch schneller. Ich hatte nach ca. 30 min einen Hänger und wollte etwas das Tempo herausnehmen, aber irgendwie gelang mir das nicht. Die Rundenzeiten blieben konstant. Man muss dazu sagen, dass die Bedingungen diesmal nicht so perfekt waren wie 2006. Auf den ersten 100 m hatte man zwar Rückenwind, was dazu führte, dass ich die ersten 200 m konstant in 33 s lief, von 200 m zu 300 m hatte man aber mit Gegenwind zu kämpfen. Mit der Anzahl der gelaufenen Runden wurden die Beine auf diesem Teilstück immer schwerer und der Einfluß des Windes auf die Rundenzeit hätte eigentlich immer gravierender werden müssen. Umso erstanlicher ist es, dass keiner von uns einbrach. Nach 45 min hatte Felix dann einen Hänger und nur ein Missverständnis führte dazu, dass er sich nochmals motivieren konnte. Irgendwie hatte er beim Wechsel von mir erfahren, dass wir auf Rekordkurs wären. Das war natürlich nicht so, und das wusste ich auch. Nur der Moderator des Events wähnte uns auf Rekordkurs, woraufhin ich diesen verbesserte. Felix hatte das wohl irgendwie falsch verstanden als er in die Wechselzone einbog und obwohl er sich selbst auch sicher war, nicht auf Rekordkurs zu sein, glaubte er dem was seine Ohren von mir vernommen hatten. Naja, wenns hilft! ;-)

Nach knapp einer Stunde motivierten wir alle nochmals unsere letzten Reserven. Ich konnte Felix sogar noch auf seine 24te Runde schicken, von der er noch 50 m absolvieren konnte, bevor das Stoppsignal ertönte. Das hieß für uns 18850 m! Damit hätten wir im Vorfeld nicht gerechnet. Jana und Julia hatte es sogar noch geschafft den Rekord der Frauen auf über 15 km auf 15040 m zu schrauben, ca. 900 m mehr als der alte Rekord. Arnd und Sandra konnten den Mixed-Rekord auch verbessern. Da müssen die Bestenlisten nun also kräftig überarbeitet werden.

Für gelaufene Rekorde gibt es bei dem WK Sachpreise und Jana und Julia winkte dann eine Torte aus einer Bäckerei in Zingst. Die gibts dann hoffentlich demnächst mal zu probieren. ;-)

Nach diesem WK machte ich am Samstag erstmal trainingsfrei. Jana, Pino und ich hatten eh keine Zeit, da wir den ganzen Tag auf dem Retrieverplatz in Renzow waren, wo wir auch eine Art WK hatten, bei dem Pino mit uns 10ter wurde. :-)

Heute dann fuhren Janas Eltern mit Jana, Pino und mir nach Grevesmühlen zum 11ten Stadtlauf. Hier hatte ich schon 4 Mal gewinnen können, jedes Mal wenn ich antrat. Zuletzt 2009, denn 2010 liefen Jana und ich beim Krakower Mittsommernachtslauf über 30 km. Diesmal wollten wir aber nicht so einen langen WK laufen und entschieden uns deshalb für die 10,9 km-Konkurrenz in Grevesmühlen. Janas Papa hingegen lief in Krakow und somit vernünftiger Weise nicht auch noch in Grevesmühlen. Zusammen mit Janas Mutti und Pino bildeten die drei unser Supporter-Team. :-)

Um kurz nach 10 Uhr ging es los. Aufgeregt war ich nicht, was mir irgendwie die Motivation für diesen WK nahm. Das lag daran, dass ich an der Startlinie keine Konkurrenz sah. So sollte der Lauf für mich wieder ein Alleingang werden. Naja, so musste ich wenigstens nicht ans Limit gehen, was mir auch wegen der fehlenden Motivation und etwas schweren Beinen vom Freitag ganz entgegenkam. Nach 38:06 min war ich im Ziel, was für mich die langsamste je in Grevesmühlen gelaufene Zeit darstellt. Aber es reichte um dreieinhalb Minuten Vorsprung zu haben. Jana hingegen sollte mit Christiane Wermann eine ernstzunehmende Konkurrentin im Startfeld der Frauen haben. Diese hatte vor zwei Jahren Jana noch auf Platz drei verwiesen. Aber diesmal nicht. Jana ließ nichts anbrennen und lief die schnellste Zeit seit mindestens 2005 bei den Frauen über 10,9 km. Sie scheint wohl gut in Form zu sein! ;-) Das schöne daran ist, dass Jana und ich mal wieder einen WK in der Einzelkonkurrenz zusammen gewinnen konnten. Zum ersten und bis dato letzten Mal ist uns das beim Schneckenlauf in Graal-Müritz 2010 gelungen. Okay, den Stundenpaarlauf vom Freitag zähl ich mal nicht, denn das war ein Team-WK. Jedenfalls bekamen Jana und ich wieder zwei schöne Pokale in Form des Logos des Grevesmühlener Stadtlaufs, von denen wir jetzt insgesamt schon sieben haben, 6 Mal für erste Plätze und 1 Mal für einen dritten Platz von Jana aus 2009.

Die WK-Rally für diesen Monat ist noch nicht abgeschlossen. Am Mittwoch ist wieder Stundenlauf im Warnemünder Küstenwald. Aber dann ist erstmal 1,5 Wochen Ruhe. Eigentlich wollte ich den Juni fast ohne WKs durchtrainieren. Nur irgendwie verlief der Monat läuferisch anders als geplant … ;-) mfg Matze

Geschrieben in Allgemein | 2 Kommentare »

2 Responses to “Spenden-, Stunden- und Stadtlauf”

  1. 1
    Gudrun Says:

    Glückwunsch zum erfolgreichen Wettkampfwochenende! Krakow als dirtter und längster Wettkampf wäre wohl doch ein bisschen viel geworden… Also danmn bis Mittwoch!

  2. 2
    Matze Says:

    Hmm, das stimmt. Ich bin ja schliesslich kein Ultraläufer! Nach dem Stundenpaarlauf in Barth und tags darauf den 30 km in Krakow hätte ich nicht mal mehr den Bambinilauf in Grevesmühlen laufen können.

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