32. Rostocker Silvester-/Neujahrslauf

Januar 2nd, 2011 von Matze

Heute stand zum sportlichen Jahreseinklang der Neujahrslauf in Rostock auf dem Plan und ich entschied mich den langen Kanten zu laufen.

Weihnachten und Silvester sind überstanden, ich hab fleißig Gewicht gemacht ;-) und nun ist es mal Zeit das alte Jahr zusammenzufassen. Eigentlich liefs nicht so prickelnd. Neue PBs sind nicht zu verzeichnen gewesen, lediglich den Streckenrekord beim Stundenlauf im Warnemünder Küstenwald konnte ich mir holen. Aber mal der Reihe nach!

Das letzte Jahr fing ziemlich demotivierend an. Pünktlich zum Jahreswechsel kam der Winter nach Norddeutschland und verabschiedete sich erst drei Monate später. Alles hoffen half nichts, der Schnee blieb liegen und machte ein Kilometerschrubben schier unmöglich. Auch schnelle Einheiten waren kaum machbar, dazu musste immer die Laufhalle mit ihrer kurzen 283m-Runde herhalten. So kam es dann, dass ich erst Anfang April wieder richtig trainieren konnte. Leider hatte ich mich schon längst beim HH Marathon angemeldet und wollte nun auch laufen. Aber mit verpatzterVorbereitung aufgrund höherer Gewalt nahm ich mir kein Zeitziel vor. Naja, eine 2:45 h hielt ich schon für möglich. Es kam dann doch anders als erwartet. Mit Bauchmuskelkrämpfen quälte ich mich ins Ziel und musste eine 3:20 h verbuchen. Niederschmetternd! Zu alledem fiel meine Herzallerliebste auch noch ohnmächtig bei km 40 zu Boden und konte ihren ersten Marathon nicht finishen. Aber Schlimmeres ist zum Glück nicht passiert.

Meine Form wollte von da an nur langsam steigen. Eine Woche nach dem Marathon versuchte ich mich blöderweise beim HM in NB und musste mit Bauchmuskelkrämpfen aussteigen. Das hat mich womöglich den Sieg im Laufcup gekostet. Im Juni hatte ich schon wieder eine einigermaßen gute Form, aber umsetzen konnte ich sie nur bei kürzeren Läufen, bei längeren Läufen bekam ich immer diese Krämpfe im Bauch. So musste ich auch beim Schweriner Fünf-Seen-Lauf mit eben solchen Krämpfen die zweite Hälfte der 30 km bei brütender Hitze bestreiten. Heraus kam die schlechteste Platzierung seit vielen Jahren bei diesem Lauf. Im August hatte ich dann zumindest schon mal wieder die Form den Stundenlaufrekord in Warnemünde in Angriff zu nehmen, was mir dann auch endlich gelang. Motiviert gings weiter mit der Vorbereitung zum nächsten Marathon in Ulm, der zugleich die DHM im Marathon markierte. Leider konte ich meine Form nicht wie gewünscht auf ein 2:30 h-Niveau bringen, aber für den Sieg wäre eben diese Zeit von Nöten gewesen. Naja, ich musste sowieso mal wieder aussteigen. Diesmal hatte ich schon Krämpfe ab der Startlinie! In der Woche darauf ließ ich das Problem vom Arzt abchecken und wurde erstmal auf ne Magneiumkur gesetzt.

In froher Erwartung, dass eine Magnesiumkur die Lösung für mein Problem sein könnte, stürtzte ich mich in die nächste Marathonvorereitung für den Dresden Marathon. Leider musste ich auch hier mit Krämpfen aussteigen und war in der darauffolgenden Woche wieder beim Arzt. Diesmal wurde auch ein Blutbild gemacht und siehe da: heraus kam ein zu geringer HB-Wert und der Ferritin-Wert war dementsprechend auch im Keller. Also hieß es von nun an: Eisenkur. Mittlerweile hatte ich eine gute Form erreicht. In Lübtheen lief ich über 15 km sogar um eine halbe Minute an meine PB heran. Die Strecke war schwer und windig, auf einer Strecke wie beim Post-Telekom-Lauf wäre die PB gefallen. Vielleicht bin ich dieses Jahr ja mit einer guten Form beim PT-Lauf dabei und die PB fällt endlich mal.

Trotz guter Form habe ich dann in Stralsund den Laufcup gegen Steffen Peters verloren. Danach legte ich die Beine hoch und trainierte nur noch sporadisch, was keineswegs so geplant war. Eigentlich wollte ich ja schon Anfang Dezember wieder einsteigen, aber der wiedergekehrte Winter machte mir dies unmöglich. Somit hatte der Winter Rostock gut 4 Monate im Jahr 2010 im Griff, ein Drittel des Jahres und so ist es kein Wunder, wenn ich so langsam resigniere. Ich habe Null Bock mehr darauf durch Schnee zu stampfen oder auf Eis zu rutschen. So macht mir Training keinen Spass und ich bleibe lieber in meinen vier Wänden. Das einzig gute im vergangenen Jahr war meine Verletzungsfreiheit. So wenig wurde ich in noch keinem Jahr von Wehwehchen ausgeknockt. Ein positiver Effekt des konstant geringem Trainingsumfanges. :-) Meine Form fiel also seit November stetig immer weiter, der Bauchumfang wurde zeitgleich größer. ;-)

Mit dieser schlechten Form und erhöhtem Bauchumfang ging es nun heute beim Neujahrslauf in Rostock über die 20,5 km an den Start. Mit Christian Nitschke war auch jemand schnelles mit am Start. Alle anderen schnellen liefen die kürzeren Distanzen. Jedenfalls waren die Strassen endlich mal wieder einigermaßen frei, so dass man auch mal wieder Asphalt unter den Schuhen spüren konnte. Mit Christian lief ich erstmal hinter dem ersten 11km-Läufer hinterher. Vor Papendorf konnte ich mich etwas von Christian absetzen, bekam aber schon vorher leichte Schmerzen im Rücken, die immer schmerzhafter werden sollten. Ich ließ Christian also erstmal wieder herankommen. Bergab setzte ich mich wieder ab und in Papendorf verpasste ich beim Getränkestand die Rechtsabbiegung. Bremsen, zurücklaufen! Christian hatte mich nun wieder eingeholt. Toll! Naja, ich setzte mich nun bergab wieder von ihm ab und hielt den Vorsprung nun erstmal für ein paar Minuten. Aber dann wurde ich langsamer, da meine Rückenschmerzen mir das Atmen erschwerten. Christian lief zu mir auf und kurz nach dem Bahnhof in Pölchow sagte ich zu ihm, er könne gerne von dannen laufen, ich habe Rücken. Gesagt, getan. Schon war er weg. Mittlerweile merkte ich auch meine fehlende Form und wurde immer langsamer obwohl die Schmerzen im Rücken nun langsam abklangen. Der Vorsprung von Christian wuchs bis kurz vor Papendorf auf gut 200 m. An der Kreuzung in Papendorf war ich irgendwie in Gedanken, sah die Markierungen auf der Strasse nicht und lief, wie ich es von dem Lauf gewohnt war entlang der Hauptstrasse in Papendorf Richtung Autobahnzubringer. Allerdings wurde die Streckenführung letztes Jahr, als ich den WK nicht bestritt, geändert. Naja, ich wähnte Christian weiterhin weit vor mir und hätte ihn, wenn er auch falsch gelaufen wäre, erst ausgangs Papendorf sehen können. Das hab ich leider nicht und nun erst wurde mir langsam bewusst, dass ich falsch gelaufen bin. Tja, an ein Zurücklaufen dachte ich nun nicht mehr. Komme ich halt nicht in die Wertung. War nun ja auch egal. Also lief ich entlang der alten Streckenführung zurück zu Start/Ziel, versuchte das Tempo dabei hoch zu halten. Aber ich wurde zusehends langsamer. Im Ziel kam ich dann nach 19,6 km im 3:49er Schnitt an, hatte also die Strecke etwas abgekürzt. So kam es dann auch, dass ich als erster ins Ziel lief, aber sofort richtigstellte, dass ich nicht gewertet werden darf. Christian kam ein paar Minuten nach mir als wirklich erster ins Ziel und dachte, als er mich erblickte, er wäre falsch gelaufen. Das Teilstück, welches ich nicht lief, ging wohl über ein Feld entlang eines nicht geräumten Radweges, quasi mitten durch die Pampa und Christian fühlte sich dort wohl etwas abgekommen vom Weg.

Ich war nicht sonderlich betrübt über den verkorsten WK. So erscheint meine schlechte Leistung wenigstens nicht in den Ergebnislisten. ;-) Gleich im Ziel wurde mir die freudige Nachricht überbracht, dass Jana ihre Konkurrenz gewonnen hatte. Für den Sieg gabs auch einen schönen Glaspokal, wie ich ihn vor ein paar Wochen beim Nikolauslauf bekam. Jana war superstolz auf ihren Pokal! Ich natürlich auch!

Fazit des WKs: ich habe keine Bauchmuskelkrämpfe bekommen!!! Zwar tat mir alles andere weh, insbesondere mein Rücken, was auf eine Hebeaktion beim Pflanzenkauf in der vergangenen Woche zurückzuführen ist, aber mein Bauch muckte nicht auf. Ob das Problem mit den Krämpfen nun gelöst ist, kann ich zuverlässig erst sagen, wenn ich einen richtig langen WK am Leistungsanschlag ohne Krämpfe laufen kann. In der nächsten Zeit stehen aber keine WKs an und meine Form muss ich auch erst noch wieder aufbauen. 30km halte ich zur Zeit nicht durch, wie ich heute gemerkt habe. Mir fehlen definitiv die langen Läufe. Jedenfalls gehts jetzt erstmal an die Ursachenfindung für den Ferritinmangel, der bei mir festgestellt wurde.

Ich hoffe nun, dass sich die äusseren Bedingungen nun ändern und der Winter sich von seiner milden Seite zeigt. Nur so wirds bei mir was mit nem Formanstieg. Und dann hoffe ich, dass das neue Jahr sportlich besser verläuft als das letzte. mfg Matze

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